Behandlungs-Spektrum
"Ruptur des vorderen Kreuzbandes"
Der vordere Kreuzbandriss ist meist Ursache von sportlichen Aktivitäten durch ein Wegknicken unter gleichzeitiger Außenrotation des Kniegelenkes. Legte man früher für eine operative Versorgung das Kriterium der sportlichen Aktivität zugrunde und damit eine obere Altersgrenze von etwa 40 - 50 Jahren fest, so wissen wir heute, dass das Fehlen des vorderen Kreuzbandes als wichtigster Stabilisator des Kniegelenkes zwangsläufig zu späteren Arthrosen führt (Giving-way Symptomatik oder Wegsacken des Kniegelenkes). Aus diesem Grunde ist die Versorgung jeder Kreuzbandverletzung auch beim älteren Patienten angezeigt.
Nachdem die Versuche der direkten Kreuzbandnaht durch Vereinigung der Bandstümpfe in der Vergangenheit keine zufriedenstellenden Ergebnisse zeigten, hat sich heute international der frühzeitige Kreuzbandersatz durchgesetzt.
Unser Vorgehen ist dabei folgendes: Kommt der Patient frühzeitig, d. h. noch in der Phase der Blutergußbildung im Kniegelenk, in unsere Behandlung, so erfolgt zunächst eine Arthroskopie, um evtl. Begleitverletzungen an Meniscen und Gelenkknorpel zu sanieren. Bei reizlosen Kniebinnenverhältnissen ohne Ergußbildung und ohne Bewegungseinschränkung kann dann vier Wochen später die Kreuzbandersatzplastik erfolgen. Dazu entnehmen wir eine körpereigene Semitendinosussehne aus dem gleichseitigen Oberschenkel und führen diese in 3-facher Lage an Stelle des früheren Kreuzbandverlaufes durch Bohrkanäle unter arthroskopischer Kontrolle (d. h. ohne Eröffnung des Kniegelenkes) in Schienbeinkopf und Oberschenkelgelenkrolle ein und verankern sie dort im Oberschenkel mit einem Metallknopf als Widerlager, im Unterschenkel mit Metallklammern.
Während der Einheilungsphase des Sehnentransplantates ist für fünf Wochen nur ein limitiertes Bewegungsausmaß unter Entlastung des Beines gestattet; die Patienten tragen hierzu eine Orthese.
Anschließend ist eine zunehmende Belastung und Steigerung des Bewegungsumfanges erlaubt. In dieser Phase gelangen Reha-Maßnahmen zur Anwendung. Die volle sportliche Belastungsfähigkeit ist jedoch erst wieder nach einem Jahr gegeben.

